
Die allgemein gebräuchliche
Verwendung eines Zusatzes zum Rufnamen beginnt bei uns –
wie in West- und Südeuropa – im 12. Jhdt. in den Städten
des Westen des deutschen Sprachgebietes. Diese Zusätze
werden als Beinamen bezeichnet. Sie waren noch nicht fest an
eine Person oder eine Familie
gebunden, so dass oftmals für ein und dieselbe Person
mehrere Beinamen verwendet wurden. Die Herausbildung der
Familiennamen, ihre Erblich- und Gesetzlichkeit vollzog sich
in einem langen Prozess. Im 15./16 Jhdt. war es in allen Städten
des damaligen deutschen Sprachgebietes üblich geworden,
einen Gesamtnamen zu führen. Dieser Gesamtname bestand aus einem oder mehreren Vornamen und einem
erblichen Familiennamen. Im 17. Jhdt.
traten dann gesetzliche Regelungen in Kraft, die das Führen
eines Gesamtnamens auch für die
Landbevölkerung zur Pflicht machten. Vom 12. bis Ende des
18. Jhdt. erstreckt sich also die
Herausbildung der Beinamen und der Übergang der Beinamen
zu unseren Familiennamen. Daraus erklärt
sich zumindest teilweise, dass es vielfältige Widersprüche
zwischen der Bedeutung der Namen und den heutigen Verhältnissen
der Namenträger gibt.
Braun:
1.
Übernamen zu mittelhochdeutsch brün
> braun, dunkelfarbig< nach der Haar-, Haut- oder
Augenfarbe bzw. nach der Kleidung.
2.
Aus einer diphthongierten Form des Rufnamens Brun(o) (brün) entstandene Familiennamen.
Caspari:
patronymische
Bildungen im Genetiv zur latinisierten Form Casparius
(>Kaspar)
Claussen:
patronymische
Bildungen (schwacher Genetiv oder Ableitung auf -sen)
zu Claus (>Nikolaus)
Ehlen:
1.
Patronymische Bildung (schwacher Genitiv) zu
Ehle(e). Ehl – aus einer Kurzform von Ehlert
entstandene Familienname.
2.
Herkunftsname zu dem Ortsnamen Ehlen (Hessen,
Niedersachsen).
Eich:
1.
Wohnstättenname zu mittelhochdeutsch eich >Eiche<:
>wohnhaft unter Eichen oder bei einer großen Eiche<.
2.
Herkunftsname zu den überaus häufigen Ortsnamen Eich,
Eiche, Eichen.
3.
Gelegentlich kann diesem Familienname auch ein Hausname
zugrunde liegen.
Engels:
patronymische
Bildung (starker Genitiv) zu Engel.
Engel
– 1. Auf eine Kurzform von Rufnamen, die mit >Engel<
beginnen (z.B. Engelhard[t], zurückgehender Familienname;
eine Ableitung von einem Frauennamen (z.B. Engelburg,
Engelheid, Engel) dürfte nur vereinzelt in Frage kommen.
2.
Gelegentlich kann auch ein Übername zu mittelhochdeutsch engel >Engel< für einen guten Menschen vorliegen.
Faßbender:
Berufsnamen
zu mittelhochdeutsch vazbinder,
vazbender >Büttner<;
vgl. Böttcher. Böttcher - niederdeutscher und
mitteldeutscher Berufsname für den Hersteller von Fässern
und Tonnen aus Holz. Das Böttcher heute die allgemeine
Bezeichnung für das Handwerk in der Schriftsprache geworden
ist, ist u.a. auf Luthers Einfluss zurückzuführen. Das
Gewerbe war nicht nur zahlreich in großen mittelalterlichen
Städten, sondern auch auf dem Land vertreten.
Fischer:
die
allgemeine Verbreitung dieses Familiennamens erklärt sich
aus der großen Bedeutung des Fischfangs im Mittelalter.
Fische spielten vor allem eine wichtige Rolle als
Fastenspeise, aber auch außerhalb der Fastenzeit war Fisch
ein beliebtes Essen. Erst im 14. Jh. wird das Fischen zu
einem Gewerbe, dessen Ausübung in den Städten durch
entsprechende Verordnungen des Rats geregelt wurde.
Graf:
1.
Übername zu mittelhochdeutsch gräve, greve, md. gräbe,
grebe >Graf< nach dem Dienst- bzw.
Abhängigkeitsverhältnis oder auch nach der
Überheblichkeit des ersten Namensträgers.
2.
Amtsnamen für den Dorfschulzen oder den Vorsteher
verschiedener Ämter.
Hardt:
1.
Wohnstättenname zu mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch hart >Wald, Trift, Weidetrift.
2.
Herkunftsname zun Ortsnamen Haardt (Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz, Bayern).
3.
Übername zu mittelhochdeutsch hert,
hart >hart,
grob, rau, ausdauernd, hart- näckig<,
mittelniederdeutsch hart,
harde >hart,
fest, kräftig; lästig, beschwerlich, knauserig<.
Henn:
auf
eine verkürzte Form von Johannes, gelegentlich auf von
Heinrich zurückgehende Familiennamen.
Hillenbrand:
durch
Assimilation aus >Hilde-brand entstandener Familienname.
Hoffmann:
Standesname
zu mittelhochdeutsch hoveman,
mittelniederdeutsch hove(s)man,
Hofman >der zu einem Hofe gehörige Bauer, der einem Hofe
zu Diensten ver- Pflichtet ist; der ein Gehöft bewohnende
Bauer<, auch >Diener am Hofe eines Fürsten<,
frühneuhochdeutsch hofman
>Bauer, der mit einem grundherrlichen Hof belehnt ist;
Wirtschafter auf einem Gutshof.
Hohn:
1.
Berufsübername zu mittelniederdeutsch hön >Huhn<
für den Hühnerzüchter oder -händler.
2.
Herkunftsname zu dem Ortsnamen Hohn (Schleswig-Holstein,
Nordrhein- Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern).
Huhn:
1.
Berufsübername zu mittelhochdeutsch huon
>Huhn< für den Hühnenhalter, -verkäufer.
2.
Gelegentlich kann diesem Familienname ein Hausname zugrunde
liegen.
3.
Möglich ist ferner das Vorliegen einer Kurzform von
Rufnamen, die mit dem Namenwort hun gebildet sind (z.B.
Hunold).
Jung:
Übername
für den Jüngeren, im Gegensatz zu einem (gleichnamigen)
älteren Mitglied einer Familie; gelegentlich auch Übername
für einen jungen, unerfahrenen Menschen.
Klein:
Übername
zu mittelhochdeutsch klein(e) >schmächtig, zart,
mager; niedlich, zierlich, klein<; in Zusammensetzungen
(z.B. Kleinhaus) kommt meist die Bedeutung >jung,
jünger< infrage.
Koßmann:
1.
aus einer Umdeutung von Kosmas, einem Rufnamen griechischen
Ursprungs (>geschmückt, wohl geordnet, bedacht<)
hervorgeganger Familienname.
2.
Herkunftsnamen auf –mann zu Ortsnamen wie Kossa, Cossen,
Kossen (Sachsen).
Kötting:
Herkunftsname
zu dem Ortsnamen Köttingen (Nordrhein-Westfalen,
Rheinland- Pfalz).
Krämer:
Berufsnamen
zu mittelhochdeutsch krämare,
kraemer, krömer; mittelnieder- deutsch kramer,
kremer, kromer >Kleinhändler, Krämer<.
Krebs:
1.
Übername zu mittelhochdeutsch krebez
>Krebs< nach der rötlichen Haut- oder
Haarfarbe des ersten Namensträgers.
2.
Berufsübername für den Krebsfänger (mittelhochdeutsch krebezer).
3.
Berufrsübername zu mittelhochdeutsch krebez
>Brustharnisch in Plattenform<.
4.
Herkunftsname zu den Ortsnamen Krebs (Sachsen, Bayern).
Kröll:
Berufsübernamen
zu mittelhochdeutsch kröuwel,
krewel, kröul, kreul, mittel-
niederdeutsch krouwel,
krauwel, >Gabel mit hakenförmigen Spitzen> für den
Hersteller oder den Benutzer, übertragen auch Übernamen für
einen spitzigen, schroffen Menschen.
Krupp:
1.
Berufsübername zu mittelniederdeutsch krup >Vieh,
bes. Rindvieh< für einen Bauern oder Viehhändler.
2.
Übername zu mittelniederdeutsch krupen
>kriechen<.
Lenz:
1.
Auf eine verkürzte Form von Lorentz zurückgehende
Familiennamen.
2.
Übernamen zu mittelhochdeutsch lenz
>Lenz, Frühling< nach einem Zinstermin.
3.
Herkunftsnamen zu dem häufigen Ortsnamen Lenz (Oberfranken,
Sachsen).
Löhr:
durch
Zusammenziehung entstandene Form von Löher. Loher, Löher
1.
Berufsnamen für den Rotgerber, der, im Gegensatz zum Weißgerber,
nicht Alaun, sondern Eichenlohe (mittelniederdeutsch lo, mittelhochdeutsch lö(e),
löhe) als Gerbstoff verwendete. Der Loher stellte aus den Häuten
von Rindern, Kälbern und Pferden ein robustes Leder her,
das von anderen Handwerkern zu Stiefeln, Riemen,
Pferdegeschirren u.a. verarbeitet wurde.
2.
Vereinzelt Ableitungen auf –er von Loh, Lohe, auch von den
Ortsnamen Löh (Nordrhein-Westfalen), Löhe (Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz).
Löwenstein:
Herkunftsname
zu dem gleichlautenden Ortsnamen (Schleswig-Holstein, Württemberg,
Schlesien, Ostpreußen).
Merten:
als
Variante zum Familiennamen Martin entstanden.
Michael:
auf
den gleich lautenden Rufnamen hebräischen Ursprungs zurückgehender
Familienname. Michael fand im Mittelalter in der
christlichen Welt als Name des Erzengels Michael
Verbreitung. Zur Häufigkeit des Namens hat auch der Anklang
an mittelhochdeutsch michel
>groß< beigetragen.
Mies:
der
Familienname ist einerseits im gesamten Rheinland, dann aber
auch in einem kleinen Gebiet um Passau häufig. Er muss
daher unterschiedlich erklärt
werden: 1. Im Rheinland handelt es
sich um eine verkürzte, durch Betonung der vorletzten Silbe
entstandene Form von
>Bartholomäus.
2. Im bairischen Sprachraum liegt ein Wohnstättenname zu
dem oberdeutschen Flurnamen Mies (>Moos<) vor.
Noll:
1.
Auf Kurzformen von Arnold zurückgehende Familiennamen.
2.
Wohnstättennamen zu mittelhochdeutsch nol
>rundliche Erhöhung<, mittel- hochdeutsch nel(le)
>Spitze, Scheitel, Kopf<, mittelhochdeutsch nulle
>Hügel<.
3.
Für Noll kommt bei süddeutscher Herkunft auch ein Übername
zu alemannisch Noll >dicker, plumper, einfältiger Mensch<, bayerisch Nollen
>kurzer, dicker Mensch< infrage.
4.Herkunftsnamen
zu den Ortsnamen Noll (Rheinland-Pfalz), Nolle (Niedersachsen),
Nöll (Rheinland-Pfalz), Noell (Nordrhein-Westfalen)
Otten:
patronymische
Bildung (schwacher Genitiv) zu Otto.
Otto
– aus dem gleich lautenden Rufnamen, einer
verselbstständigten Kurzform von Namen, die mit dem
Namenwort ot gebildet sind hervorgegangener Familienname.
Als Name deutscher Könige und Kaiser spielte Otto im
Mittelalter eine bedeutende Rolle in der Namengebung.
Probst:
1.
Amtsname zu mittelhochdeutsch brobest
>Vorgesetzter, Aufseher, Probst<, mittelniederdeutsch provest,
pravest >Vorgesetzter eines Domkapitels, eines Klosters<.
2.
Gelegentlich auch Übername, der auf Beziehungen (etwa eine
Dienstverhältnis) des ersten Namensträgers zu einem Probst
zurückgeht.
Reifert:
auf
eine durch -r-Umsprung entstandene Form von >Reinfried
oder Reichfrid zurückgehende Familiennamen.
Reuter:
1.
Berufsnamen zu mittelhochdeutsch riutaere >der
ausreutet, urbar macht; Bauer<.
2.
Standesnamen zu mittelhochdeutsch ritaere >Reiter,
Streiter zu Pferde, Ritter<, frühneuhochdeutsch reuter
>Reiter<.
3.
Wohnstättennamen zu mittelhochdeutsch riute >Stück
Land, das durch Rodung urbar gemacht wurde<.
Rings:
im
Bereich Bonn-Trier häufiger, auf eine verkürzte Form des
Heiligennamens Severin zurückgehender Familienname. Severin
– aus dem Rufnamen Severinus, einer Weiterbildung des
altrömischen Beinamens Severus (zu lateinisch sevêrus
>streng, ernst<), hervorgegangener Familienname.
Der Rufname Severin war früher vor allem im Westen und
Nordwesten Deutschlands verbreitet, wo der heilige Severin,
Bischof von Köln (4./5. Jhdt.), verehrt wurde.
Rolff:
auf
eine durch Zusammenziehung entstandene Form von Rudolf
zurückgehender Familienname. Rudolf – auf den gleich
lautenden Rufnamen zurückgehende Familienname. Aus
zusammengezogenen Formen von Rudolf sind Familiennamen wie
Raulf,
Rohlf, Rolf(f), Roolf und Rulf entstanden.
Runkel:
Herkunftsname
zu dem gleich lautenden Ortsnamen an der Lahn (Hessen).
Saal:
1.
Herkunftsname zu dem gleich lautenden Orstnamen
(Nordrhein-Westfalen, Saarland, Bayern).
2.
Herkunftsname bzw. Wohnstättenname zu dem Flussnamen Saale.
Scheid:
1.
Wohnstättennamen zu mittelhochdeutsch scheide,
mittelniederdeutsch
schede >
Grenzscheide, Grenze <> wohnhaft an der Grenze<.
2.
Herkunftsnamen zu Ortsnamen wie Scheid (Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz, Hessen), Scheidt (Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz, Saarland)
3.
Berufsübernamen zu mittelhochdeutsch scheide,
mittelniederdeutsch
schede
>Schwertscheide< für den Hersteller.
Schmitz:
patronymische
Bildung (starker Genitiv) zu Schmidt. Dieser Familienname
der die 24. Position in der Häufigkeitsrangfolge der
deutschen Familiennameneinnimmt, ist für das Rheinland
charakteristisch.
Schmidt:
Berufsname
zu mittelhochdeutsch smit,
mittelniederdeutsch smit,
smet
>Schmied<. Diese Form ist zurzeit der zweithäufigste
Familienname in Deutschland. Der Familienname Schmidt
einschließlich seiner Varianten (Schmid, Schmitt, Schmied,
Schmedt u.a.) und Ableitungen (Schmitz, Schmidl, Schmidtke
u.a.) ist deshalb so häufig, weil das Gewerbe auch in
kleinen Orten auf dem Land betrieben wurde. In den spätmittelalterlichen
Städten spezialisierte sich das Metallhandwerk in
zahlreiche Zweige; dies wird noch heute an den vielen
Zusammensetzungen mit dem Grundwort „schmidt“ sichtbar:
Blechschmidt, Kupferschmidt, Messerschmidt(t) u.a.
Schneider:
Berufsname
zu mittelhochdeutsch snidaere
>Schneider<. Gegenwärtig nimmt Schneider die
dritte Stelle in der Häufigkeitsrangfolge der deutschen
Familiennamen ein. Ursprünglich besorgte der Tuchhändler
beim Verkauf den Zuschnitt des Gewandes. Die Näharbeit
wurde vom Nähter übernommen oder im eigenen Haushalt
ausgeführt. Mit der Verfeinerung der Kleidermoden
entwickelte sich der Beruf des Schneiders, der für das
Zuschneiden und Nähen der Kleidung zuständig war. Der
Beruf war allgemein verbreitet, blühte aber vor allem in
den großen mittelalterlichen Städten.
Schoop:
1.
Berufsübername zu mittelniederdeutsch schope
>Schöpfkelle, z.B. Maurer, bes. die große Füllkelle
der Brauer< für den Hersteller oder den Benutzer.
2.
Auf einen Hausnamen zurückgehender Familienname. Ein Haus
„Zur goldenen Schope“ ist in Magdeburg bezeugt.
Schult:
1.
Übernamen zu mittelhochdeutsch, mittelniederdeutsch schulde, schult >Anschuldigung,
Klage, Schuldsumme; Abgabeverpflichtung, Buße, Strafe<.
2.
Herkunftsnamen zu dem Ortsnamen Schuld (Rheinland-Pfalz).
Schwarz:
1.
Übernamen zu mittelhochdeutsch swarz
>schwarz, dunkelfarbig< als Anspielung
auf die Haarfarbe des ersten Namensträgers.
2.
Gelegentlich Herkunftsnamen zu dem Ortsnamen Schwarz
(Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern),
ferner zu der Wüstung Schwartz bei Brachwitz
(Sachsen-Anhalt).
Siebertz:
patronymische
Bildungen (starker Genitiv) zu Siebert(h). Siebert(h) –
aus einer jüngeren Form von Siegbert entstandene
Familiename.
Stein:
1.
Wohnstättenname zu mittelhochdeutsch stein >Fels,
Stein< nach einem besonderen Merkmal der Siedlungsstelle.
2.
Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen
(Schleswig-Holstein, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen,
Rheinland-Pfalz, Bayern).
Wagner:
Berufsnamen
zu mittelhochdeutsch wagener >Wagner,
Wagenmacher<. Ursprünglich eine oberdeutsche Form, nimmt
gegenwärtig die 7. Position in der Häufigkeitsrangfolge
der deutschen Familiennamen ein.
Wammes:
Wamser,
Wamsler – Berufsnamen auf –er bzw. –ler zu
mittelhochdeutsch
wambeis, wammes,
wams >Bekleidung des Rumpfes unter dem Panzer,
Wams<, mittelhochdeutsch wambeiser,
wammeiser >Verfertiger von Wamsen<. Unter Wams
verstand man zunächst eine unter dem Panzer getragene Jacke
aus derbem Stoff. Sie war meist mit Baumwollwatte gepolstert
und abgesteppt. Bauern und andere einfache Leute trugen das
Wams als schützendes Obergewand, wobei sie an den
gefährdetsten
Stellen Schienen aus Eisen oder Leder anbrachten und
es dadurch verstärkten. Seit dem 14. Jahrhundert begegnet
Wams als ein Teil der bürgerlichen Kleidung.
Weber:
Berufsname
zu mittelhochdeutsch webere
>Weber< für den Wollen-, Leinen- und
Barchentweber. Weber nimmt gegenwärtig die 6. Position in
der Häufigkeits- rangfogle der deutschen Familiennamen ein.
Wester:
Wohnstättenname
zu mittelhochdeutsch wester
>westlich<:>wohnhaft im Westen/im westlichen
Teil des Ortes<.
Ziegler:
Berufsname
zu mittelhochdeutsch zieg(e)ler
>Ziegelbrenner<. Der Ziegler formte aus einer mit
Stroh vermischten Lehmmasse die Ziegel, trocknete sie an der
Luft und ließ sie am Feuer härten.
Zimmermann:
Berufsname
zu mittelhochdeutsch zimberman
>Zimmermann<. Der Zimmermann
war ein wichtiger Bauhandwerker, da die Bauten in den
mittelalterlichen Städten vielfach Holz- und Facherkbauten
waren. Auf dem Lande, wo die Häuser oft im Eigenbau
errichtet wurden, übernahm der Zimmermann die Herstellung
der Dachstühle. Heute nimmt Zimmermann die 20. Position in
der Häufigkeitsrangfolge der Familiennamen in Deutschland
ein.
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