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Leubsdorf
wird
erstmals im Jahre 639 als "Lupstorf" erwähnt (damit
ist gemeint: das Dorf des Lupo). In der fränkischen
Zeit vom 5. bis 7. Jahrhundert gibt es in unserer Gegend viele
Siedlungen, die auf eine Gründung der Franken
zurückgehen. Nach dem damaligen Brauch erhielten
Männer, die sich beim König besonders verdient gemacht
hatten, einen Landstrich geteilt. So erhielt Lupo das Land hier um
den Bach, deren Siedlung später nach seinem Namen benannt
wurde.
Es ist sogar
wahrscheinlich, daß es schon zur Zeit der Römer hier eine Ansiedlung gab.
Wegen der günstigen Lage am Rhein, an einem Seitental mit Bach, gegen kalte
Nordwinde geschützt, Raum lassend für Rodungen, mit gutem Ackerboden und mit
Schieferhängen für den Weinbau.
In dieser Urkunde aus 639 schenkt Pippin
der Ältere (+640) seiner Tochter Gertrud (*626 +17.03.659), der ersten
Äbtissin des Klosters Nivelles, Orte mit Weinbergen, Wäldern und Fischereien.
Hier wird auch "Lupstorf" aufgeführt.
- 640 Leubsdorf kommt unter die Herrschaft von
Nivelles.
- 877
zu der Grundherrschaft Rheinbrohl, die Karl der Kahle dem Stift
Nivelles bestätigt, gehören auch ein Hof in
Ariendorf und der Gertrudenhof in Wallen
- 1010 Heinrich von Rennenberg schenkt dem Vikar Hugo, Linz, einen
Weinberg in Leubsdorf
- 1173 der
Kölner Erzbischof und Reichskanzler Philipp von Heinsberg
bestätigt Besitzungen
des Klosters Schwarzrheindorf in Lupsdorp (Leubsdorf)
- 1214 Bau der alten Kirche in Leubsdorf
- 1217 der Name Luppisdorp erscheint urkundlich als
Geschlechtername
- 1217 der
Erzbischof von Trier bestimmt, daß dem Linzer Pastor zwar der
Weinzehnt vom Ariendorfer- bis zum Leubsdorfer
Bach, sowie der kleine Zehnt zustehe, alle anderen Einkünfte aber
das Stift Gerresheim erhalten
solle
- 1249 verzichtet
Heinrich v. Isenburg auf die mit den Gütern verbundenen
Gerichtsrechte in Leubsdorf zu Gunsten
der Gräfin Mechtild von Sayn
- 1250 am 01. Mai
kommt Leubsdorf durch die Schenkung Mechtils von Sayn
unter die Herrschaft des Erzstiftes Köln;
seit dieser
Zeit galt der Ariendorfer Bach als Grenze zwischen den
politischen Verwaltungsgebieten Köln und Trier
- 1315 Beurkundung
einer Begine Goda zu Lupztorf hinsichtlich einer Kapelle mit
Baustil aus dem 13.
Jahrhundert
(Beginen errichteten ihre Klausen in unmittelbarer Nähe von
Kapellen und Kirchen)
- 1329 12. November ? erhält Linz mit Kirchspiel Stadtrecht
- 1330 die Taxa generalis des Erzstiftes Trier nennt eine Kapelle
in Leubsdorf
- 1332 22. Januar
Rorich, Herr zu Rennenberg, verzichtet auf alle Ansprüche auf
seine Eigenleute, soweit sie in
Stadt
und Kirchspiel wohnen
- 1349 Konrad von Kettge wird als Kaplan der
Kapelle in Leubsdorf zum Priester geweiht
- 1350 27. März Konrad von Kettge, der erste urkundlich erwähnte
Kaplan von Leubsdorf
- 1362 Conrad v.
Brohl erbt den Rennenberger Hof in Leubsdorf von Demudis v. Rennenberg
seit dem
15.
Jahrhundert sind die „von Zwyvel“ Besitzer der Leubsdorfer
Burg; sie stehen im Dienst der Herzöge
von
Berg und werden auch als „Vögte von Leubsdorf“
bezeichnet.
- 1439 die Glocke Maria-Johannes wird gegossen
- 1478 der Erzbischof Dietrich von Mörs
verpfändet eine Reihe von Orten im Oberamt Linz, darunter Leubsdorf
- 1492 durch
Erbgang erwerben die Herren von Braunsberg den Leubsdorfer
„freyadlig Braunsberger Hof“,
die „Steckkuhl“, der ursprünglich wohl ein
Rennenberger Hof war um 1500 Zusammenlegung der Benefizien
Dattenberg und Leubsdorf
- 1535 Gründung der Linzer Union
- 1540 bis 1548 Reformationswirren in Linz und im Kirchspiel
- um 1550 Erwähnung eines gerodeten Platzes im Wald mit Errichtung
eines Kreuzes (Entstehung des Ortes Rothe-Kreuz)
- 1587 erster Umbau der alten Kirche in Leubsdorf
- 1592 den Herren von Braunsberg wird der hohe Zehnt zuerkannt
- 1604 die dritte Glocke der Leubsdorfer Kirche wird gegossen
- 1604, 1611, 1622, 1626, 1627, 1632 bis 1637, 1665 Pestjahre
- 1616 erste
nachweisliche Erwähnung eines Hofes der „Löblichen
Märkerschaft Leubsdorf zu
Crombscheid“
(Krumscheid)
- 1632 Einnahme
und Plünderung von Linz durch den kaiserlichen Feldmarschall
Hatzfeld; der Geistliche von
Leubsdorf
und Dattenberg ergreift die Flucht
- 1646 und 1647
Sächsische, Hessische und Schwedische Truppen quartieren sich in
unserer Gegend ein und verlangen
Kontributionen
- 1666 am 20. April in Erbpacht von Heinrich Gratzfeld genommene
Mühle in Leubsdorf
- 1667 Errichtung einer Ölmühle im Ort
- 1672 bis 1678 im 2. Raubkrieg Ludwigs des XIV. von Frankreich
dieselbe Not
- 1685 zweiter Umbau der Pfarrkirche in Leubsdorf
- 1688 Durchmärsche plündernder Truppen im Pfälzischen Raubkrieg
- 1693 30. Juni
Erwähnung von Herbert Wambis in einem Schreiben des
kurfürstlichen Gerichtes (Wambis auch Wambes
und Wammes geschrieben; ein Vorfahre in meiner Ahnenforschung)
- 1701 im spanischen Erbfolgekrieg hat Linz mit Umgebung schwer zu
leiden, besonders durch die Österreicher
- 1704 die Abtei Marienstatt erwirbt den Braunsberger Hof, die „Steckkuhl“
und behält sie etwa hundert Jahre
- 1710 Johann
Krebs heiratet Gertrud Wammes aus Leubsdorf (Tochter von
Bartholomäus Wammes, dem Stifter des
Walburgis-Kreuzes)
- 1711 das Kloster St. Katharinen erhält durch die Mitgift der
Nonne Katharina Floecker das Hollingshausensche Gut
- 1717 die Abtei Heisterbach erwirbt die Hälfte der Leubsdorfer
Burg
- 1722 die Abtei Heisterbach erwirbt die andere Hälfte der
Leubsdorfer Burg
- 1719 20. Februar
Errichtung des Walburgis-Kreuzes am Burgplatz durch
Bartholomäus Wammes (auch
Wambes
geschrieben; ein Vorfahre in meiner Ahnenforschung)
- 1720 dritte Erneuerung des Leubsdorfer Gotteshauses (neue
Eingangstür)
- 1729 die erste Schule wird erwähnt
- 1733 01. Mai Gründungstag des Kath. Junggesellenvereins
Leubsdorf
- 1772 der gemeinsame Seelsorger siedelt nach Dattenberg über
- 1779 das Leubsdorfer Pfarrhaus wird
wegen Baufälligkeit verkauft
- 1787 Leubsdorf und Dattenberg lösen sich aus dem
Filialverhältnis mit Linz
- 1801 Andreas Wester kauft die Leubsdorfer Burg
- 1802 der rechtsrheinische Teil von Kurköln fällt an
Nassau-Usingen; Bildung eines Generalvikariats
- 1803 Aufhebung der geistlichen Fürstentümern und Säkularisation
der geistlichen Güter
- 1806 09. Februar Erwähnung Johann Joseph Krebs als Ortsvorsteher
- 1806 in der
Steuerliste stehen u.a. als Einwohner Johann Joseph Kribs, Philipp
Kribs und Severin Kribs (Kribs als
andere Schreibweise für Krebs)
- 1815 am 05. April wird das Rheinland preußisch
- 1821 die Gebrüder Bernhard und Theodor Scheid kaufen die „Steckkuhl“
für 1120 Thaler
- 1824 Johann Josef Schneider kauft
die Leubsdorfer Burg
- 1828 kauft Johann Josef Schneider und seine Frau die „Steckkuhl“
- 1829 in Leubsdorf wohnen über 550
Einwohner
- 1829 im Dorf arbeiten 3
Schuhmacher, 3 Schneider, 3 Zimmerleute, 1 Schreiner, 2
Leineweber, 1 Stellmacher, 3
Faßbender, 2 Maurer und 1 Schmied; vom Handel leben 3
Krämer, 2 Schankwirte und 1 "Gastwirt für
Fremde";
1 Lehrer unterrichtet 68 Jungen und 48 Mädchen
- 1838 Bau der „Alten Schule“ in der Hauptstraße
- 1848 01. Januar offizielles
Gründungsdatum des Kath. Kirchenchores "Cäcilia" Leubsdorf
- 1856 Auflösung des Kirchspielverbandes
- 1858 Errichtung der Scheidschen Stiftung
- 1887 vierte Erneuerung der alten Pfarrkirche in Leubsdorf
- 1892 Gründung des Kirchenneubauvereins Leubsdorf
- 1896 Gründung des
Männergesangvereins "Liederkranz" Leubsdorf
- 1905 Grundsteinlegung der neuen Kirche in Leubsdorf
- 1906 es gibt in Leubdsorf 56 ha (ca.
220 Morgen) Weinberge
- 1906 14. Oktober
Einsegnung der neuen Kirche
- 1908 08. Mai die Pfarrkirche wird
durch Bischof Michael Felix Korum konsekriert
- 1913 Loslösung
Leubsdorfs aus der Personalunion mit Dattenberg; Leubsdorf erhält
einen Pfarrvikasr; Bau eines neuen
Pfarrhauses
- 1921 01. Januar Leubsdorf ist kirchlich und staatlich anerkannte
selbstständige Pfarrei
- 1924 05. Oktober Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr Leubsdorf
- 1925 15. Februar Gründung der Sterbenotgemeinschaft Leubsdorf
- 1925 12. Februar Gründung der St.
Sebastianus Schützenbruderschaft Leubsdorf
- 1925 im Mai Gründung des Sportvereins Leubsdorf
- 1927 am 16. April Einweihung der neuen Bahnhaltestelle
- 1928 01. Dezember Gründung der
Karnevalsgesellschaft Leubsdorf
- 1930 23. März Gründung der Kath.
Frauengemeinschaft Leubsdorf
- 1936 am 04. Oktober findet das erste Leubsdorfer Winzerfest
statt
- 1951 im Oktober
Errichtung eines Bildstocks mit dem Bild einer Schönstatt-Madonna
an der Einmündung Hauptstraße/Im
Sayen durch eine Leubsdorfer Jugendgruppe
- 1955 Gründung des Musikzuges der
Freiw. Feuerwehr Leubsdorf
- 1960 die gesamte Weinbergsfläche
beträgt noch 4 ha
- 1964 am 26. August Einzug in die neue Schule auf dem Kreuzberg
- 1985 im März Gründung des
Funkencorps Blau-Gold Leubsdorf
- 1988 29. März Gründung des
Fördervereins der Freiw. Feuerwehr Leubsdorf
Bekannt ist Leubsdorf besonders durch die
auf einem Felsen emporragende gotische Kirche, auch die "Weiße Kirche vom
Rhein" genannt, die Wasserburg mit ihren vier Erkern und die gut erhaltenen
Fachwerkhäuser.
Nachfolgend das
Ortswappen von
Leubsdorf
Das Wappen zeigt
in Silber ein schwarzes , durchgehendes Hochkreuz, dazu im rechten
Obereck ein gotisches G, im linken Obereck ein gotische
L. Wahrscheinlich weist das Kreuz auf die ehemalige
Zugehörigkeit der Gemeinde zum Kurfürstentum Köln
hin. Die Begründung ist allerdings nicht gesichert. Der
Wappenentwurf wurde 1935 von Wilh. Zender einer Wappenabbildung auf dem
sog. „Dorfkreuz“ von 1622 nachgestaltet.
Nachfolgend
für Interessierte ein Verzeichnis mit Lageplan über die
Gemarkungen der Gemeinde Leubsdorf/Rhein
hier anklicken
Weitere Informationen über
unseren Heimatort kann man auf der Homepage
www.Leubsdorf-Rhein.de nachlesen.
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